KN: Traurig, aber auch ein bisschen stolz

Das war denkbar knapp: 47,5 Prozent der Wähler stimmten am Sonntag gegen den Bau von Möbel Kraft. Dennoch war die Stimmung am Abend bei den Gegnern des Millionenprojektes, die in den vergangenen Wochen Tausende Kieler mobilisiert hatten, durchwachsen.

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KN zum Bürgerentscheid

Kommentar von Bodo Stade

Die Kieler hatten es in der Hand. Sie durften entscheiden, ob das Millionen-Projekt Möbel Kraft realisiert wird oder ob die Planungen zu den Akten gelegt werden. Und sie haben die Chance, über die Geschicke der Stadt zu bestimmen, ausgiebig genutzt. Weiterlesen

Eine tolle Party heute Abend!

Die betroffenen Wahlbezirke um den Prüner Schlag stimmten mit großer Mehrheit gegen den Bau von Möbel Kraft. Der Bürgerentscheid in Kiel hat fast 50% der Kieler Wähler zu einem JA bewegt und die Wahlbeteiligung gegenüber der Vorjahre angehoben. Die Kieler haben gezeigt, sie wollen mehr Mitsprache bei größeren Einscheidungen.
Wir können trotz allem stolz auf uns sein und haben bewiesen, wir stehen mit Herzblut hinter unserer Stadt Kiel. Wie haben mit geringen finanziellen Mitteln viel erreicht. Unser Kreativität und unser Engagement ist Beispielhaft in der Stadtgeschichte von Kiel. Der erste Bürgerentscheid ist so gesehen ein Erfolg für uns Kieler.

Vorläufiges amtliches Endergebnis:
Ja 42.097 Stimmen – 47,5%
Nein 46.524 Stimmen – 52,5%

3% mehr und wir hätten gewonnen…

Zusammengefasst: 10 Gründe für ein JA

1. Das Gelände Prüner Schlag ist ein außergewöhnlich artenreicher Lebensraum von 59 Vogel- und 8 Fledermausarten. Von den insgesamt 184.000m² des Geländes werden nur 64.000m² als „Ausgleichsfläche“ erhalten bleiben, viele Arten werden dadurch unausweichlich von ihrem angestammten Lebensraum vertrieben. Ausgleichsflächen in Rönne und Boksee nützen diesen Tierarten nichts. Viele Vögel und Fledermäuse würden Möbel Kraft unweigerlich nicht überleben.

2. Das Gelände dient als Naherholungsgebiet für die gesamte Kieler Bevölkerung. Die schönen Orte zum Spazierengehen in der Natur sind in Kiel nicht reich gesät. Die Kombination von Kastanienallee am Hasseldieksdammer Weg, dem Baumstreifen am Westring und den alten Bäumen auf dem Gelände der Großen Grünen Schützengilde von 1412 im Süden, das geschwungene Landschaftsbild, die vielen alten Obstbäume, Hecken, Lauben usw. schaffen eine hohe Aufenthaltsqualität. Weiterlesen

Ein JA bedeutet auch für 68 Tierarten den Lebensraum erhalten

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59 Brutvogelarten, 8 Fledermausarten und der Kammmolch, die „geschützten Arten“, sind selbstverständlich nur einige der tierischen Bewohner des Kleingartengeländes.

Möbel Kraft behauptet in seiner Kampagne, es entstünde „Kein Schaden für die Natur“, „sämtliche Eingriffe in die Natur werden vollständig ausgeglichen“. Es kann aber keinen Ausgleich für einen über Jahrzehnte gewachsenen Lebensraum geben. Selbst wenn man die Tiere alle einfangen und auf den Ausgleichsflächen in Boksee und so wieder rauslassen würde, würde ihnen dort keine geeignete Bäumen zum drauf brüten und drin hausen zur Verfügung stehen. Von Nahrung, die es in Form von Insekten und Würmern auf einem Kleingartengelände reichlich gibt, ganz zu schweigen.

Ein großer Teil dieser Tierarten wird sich, würde Möbel Kraft gebaut, einen neuen Lebensraum suchen müssen und einem nicht geringen Teil davon wird dies nicht gelingen. Viele Vögel und Fledermäuse würden sterben. Punkt.

Am Sonntag beim Bürgerentscheid können wir die Zerstörung dieses artenreichen Lebensraumes verhindern und dafür sorgen, daß wir weiterhin, mitten in Kiel, dem Gesang von 59 Vogelarten lauschen dürfen!

Alle Tierarten findet ihr hier…